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OUR IVF JOURNEY

Am Freitag den 11. Jänner hatten wir den Termin. Lang hatte ich ihn vor mich hingeschoben, aber es wurde Zeit. Wir brauchten Klarheit. Erklärung.

Meine Gyn schrieb mir eine Überweisung für Dr. Helmy Bader. Ein Spezialist. Er hat – angeblich die besten und neusten Geräte – kennt sich – gerade bei Endometriose sehr gut aus und wir sollten ihn mal einen Blick auf meine Situation werfen lassen.

Ich hatte gemischte Gefühle. Wusste nicht was auf mich zukommen würde. Was ich zu erwarten hatte.

Das Ärzte Gespräch lief gut. Wir schilderten unsere Situation, gaben Daten und Fakten her. Dann wurde ich untersucht. Lange. Sehr genau. Danach gabs ein weiteres Gespräch. Meine Gebärmutter ist schief. Gequetscht. Die Endometriose Herde drücken sie zusammen. Jedoch sieht sie an sich gut aus. Die Eileiter leider weniger. Sie sind verklebt, verwachsen, teilweise an der Gebärmutter angewachsen. Dank der Endometriose. Selbst wenn sie durchlässig sind, wäre es fast unmöglich, dass sich ein Ei auf die Reise begeben könnte.

Weiters hat sich eine Art Gegenstrom in meiner Gebärmutter gebildet, also selbst wenn alles andere auch nur halbwegs funktionieren sollte … könnten die Spermien gar nicht hin wo sie sollten. Denn sie werden förmlich herausgedrückt. Toll. Das sind ja mal Neuigkeiten. Wobei, um ehrlich zu sein, ich hatte (noch) schlimmeres befürchtet.

„Wollen Sie noch Kinder?“ fragte er uns dann gegen Ende? Ja. Nein. Ich weiß nicht. Doch ja! Wir hatten uns irgendwie mit der „wir werden nicht mehr schwanger“ Situation „abgefunden“. Aber war das ok? Keine Ahnung! Aber der Wunsch nach einem weiteren Kind war noch da! Klar, er war nur mit der zeit etwas – nennen wir es mal – verstaubt.

„Dann würde ich Ihnen eine IVF empfehlen! So schnell wie möglich! Sie sind nicht mehr die Jüngste, die Endometriose wuchert vor sich hin! Da muss was getan werden! Jedoch empfehle ich Ihnen auch eine OP, aber erst nach einer – hoffentlich geklappten IVF, einer Schwangerschaft – denn würden wir das zuerst machen, die OP, könnte es sein, dass wir Ihnen zu viel von der Gebärmutter und den Eierstöcken entfernen müssen. Dann haben sie absolut GAR KEINE CHANCE mehr schwanger zu werden!“

Zack! Das hat gesessen. Klarer und deutlicher ging es nicht! Aber G. und ich schauten uns an – strahlten – und sagten beide laut „Ok, dann bekommen wir jetzt noch ein Baby!“

Es war ein sehr ernüchternder Termin, aber ein guter und ich ging trotz vieler negativer Fakten, sehr positiv raus! Ich blickte positiv in die Zukunft. Ich glaube ich habe genau so einen Arschtritt gebraucht. Ich hatte all die Jahre auf ein weiteres „Wunder“ gehofft. Auf eine spontane Schwangerschaft. Doch die kam eben nicht und somit warf ich meine IVF-Sorgen über Board und freundete mich mit der Situation an.

Ein paar Tage nach diesem Termin saßen wir mit allen Fakten bei meiner Gyn. Dr. Marion Rankine. Meine gute Fee!

“Wir wollen es mit IVF probieren!, wann können wir anfangen?“ Wir schmiedeten gleich einen Plan. Am 6. Februar geht’s los! Da gibt’s die erste Spritze. Eine Down-Regulierungs-Spritze. Damit mal „Ruhe“ einkehrt. Also fuhren wir voll bepackt in die Semesterferien nach Kitzbühel und am Mittwoch den 6. Februar begann unsere offizielle IVF-Reise mit der ersten Spritze. Diese gab mir meine Mami. Die kann das sehr gut, und da man die am besten in den Popsch sticht, war ich ihr sehr dankbar für die perfekte und schmerzlose Durchführung.

Kaum waren wir wieder zurück in Wien, ging es am 20. Februar so richtig los! 3-2-1 Hormone. Mit dem tollen Puregon-Pen war das spritzen super easy und nicht unangenehm. Jeden Tag gleich nach dem Aufstehen schlich ich mich ins Badezimmer und verpasste mir meine Tages-Dosis. 8 Tage lang. Dann waren wir wieder bei meiner Gyn zur Kontrolle.

Bis dahin versuchte ich so wenig wie möglich zu lesen, mich narrisch zu machen oder auf blöde Gedanken zu kommen. Doch ganz ohne Internet Recherche geht es natürlich nicht … also verlor ich etwas den Boden unter den Füßen als wir beim Ultraschall auf Eibläschen Suche gingen und sie genau 1!! fand. Ein Eibläschen nach 8 Tagen Stimulierung! Ich war den Tränen nahe.

Georg sah es mir an und hielt meine Hand. Doch ich zog sie weg. Ich fühlte mich mal wieder – ich mit meinem Körper – als Versager. War meine Endometriose ja schließlich der Grund warum wir hier überhaupt saßen. Bei einer IVF. Und dann schaffe ich es nicht mal mit Hilfe von Hormonen eine gute Menge an Eibläschen zu produzieren.

Doch Dr. Rankine in ihrer unfassbar angenehmen ruhigen Art sagte ganz klar und trocken „zum schwanger werden brauchen wir nur eine!“. Ich blicke auf, ihr in die Augen und dachte, JA, verdammt. Sie hat völlig recht. Und schließlich “gab” ich ja auch nur eine befruchtete Eizelle auf mein „Vision-Board“. Es konnten ja gar nicht mehr sein! Ich wollte ja nur 1 Baby!

MEIN VISION BOARD:

Trotzdem bat sie mich zwei weitere Tage zu spritzen. Just in case. Vielleicht tut sich ja noch etwas … zwei Tage später musste ich dann auch noch ein Antibiotikum nehmen und am Samstag – den 2. Februar – um Punkt Mitternacht gabs dann die Eisprung-Auslöse-Spritze.

Der Montag war da, 4. März 2019. Es war soweit. Wir fuhren um 11.15 Uhr ins Goldene Kreuz in die Kinderwunschklinik. Nüchtern. Ich hatte schon SO Hunger. Dementsprechend schlecht war mir auch. Nervosität gepaart mit Hunger, eine Katastrophe!!

Endlich kamen wir dran. Ab in ein kleines Zimmer, hinter einen Vorhang und ausziehen. Chices Spitalshemd und Fussplastik-Überzieher. Dann hieß es noch mal kurz warten! Dieses Warten.

Angekommen im „OP“ bekam ich auf eigenen Wunsch Vollnarkose und nicht nur Dämmerschlaf. G. die ganze Zeit an und bei meiner Seite. Als ich wieder aufwachte, grinste mich G. and und meinte – es waren doch mehr als gedacht! 2 um genau zu sein. Aber gut, 2 besser als 1 dachte ich. Ich bekam ein paar Kekse um wieder zu Kräften zu kommen und zog mich wieder an. Dann war G. an der Reihe!

Als alles „abgegeben“ war, fuhren wir nach Hause und ich chillte den restlichen Tag auf der Couch. Es ging mir aber gut. Sehr gut! Ich hatte keine Schmerzen, war fit und vergnügt! Es war alles sehr aufregend und ich hatte das Gefühl wir kamen unserem Ziel, unserem Baby immer näher …

Am nächsten Tag wartete ich gespannt und noch aufgeregter auf den Anruf um zu erfahren, wie sich unsere befruchteten Eizellen entwickeln würden. Da wird einem dann auch gesagt, wie es weiter geht. Werden sie am Dritten oder Fünften Tag wieder eingesetzt.

Alles sehr spannend.

Dann endlich der Anruf. Die eine entwickelt sich prächtig, die andere etwas langsamer, aber die “gute” würden sie mir gerne am dritten Tag wieder einsetzen wollen. “Ok, wow” dachte ich mir nur. Gutes Ei, gut entwickelt, jetzt passiert alles so schnell und somit waren wir am Donnerstag den 7. März schon wieder im Goldenen Kreuz für den “Embryo Transfer”. 12 Uhr Mittags wars soweit.

Da war sie, unser kleiner Zell-Haufen. Unser Embryo. Unser Baby. Wie ich in der Mami Gruppe auf Facebook schon geposted habe, überkam mich ein derartiges Mädchen Gefühl beim Anblick dieser Zelle. Ich kann es wirklich nicht erklären oder in Worte fassen. Ich sah sie und dachte “das wird ein Mädchen!”

Wir entschließen uns nur diese eine einzusetzen und die andere, langsamere “zu entsorgen” und auch nicht aufzuheben. Irgendwie war es klar. Das war und wird unser Baby, wir brauchen kein Backup.

Das “Einführen” war absolut Schmerzfrei und passierte sehr schnell. Da war es nun. In mir. In der Hoffnung das es sich gut einnistet und zu unserem Wunsch Baby heranwächst!

Als wir in der Kabine wieder angezogen waren, kam meine Gyn herein, gab mir das Ultraschall Foto in die Hand auf das sie ein Herz gemalt hatte! Sie strahlte, wir strahlten, dann drückten wir uns und verabschiedeten uns mit den Worten “Nächster Ultraschall dann um das Baby zu begutachten!”

G. und ich verließen die Klinik, noch immer strahlend, obviously, und uns dauernd angrinsend. “Wir bekommen noch ein Baby!” wiederholten wir immer wieder. Wir küssten uns, hielten uns an der Hand, drückten uns und waren im Glück.

Wir gingen noch schnell eine Kleinigkeit essen und dann arbeitete ich von zu Hause als wäre nichts gewesen.

Die zwei Wochen Wartezeit waren die Hölle. Ich fühlte mich schwanger. Ich glaubte ich bin schwanger. Aber ich hatte noch keinen Beweis und das trieb mich fast in den Wahnsinn. Und dann war er endlich da. Der Tag X.

Dienstag, 19. März. Wir fuhren gleich, nachdem wir L. in der Schule abgeliefert hatten, ins Labor um Blut abnehmen zu lassen. Befund würden wir im Laufe des Tages telefonisch bekommen. Schon wieder Warten. Und das im Büro. Ich würde durchdrehen. Ich bin fast durchgedreht! …

Als wir bis zu Mittag nichts hörten, rief G. mal in der Klinik an. Leider dürfen sie keine Auskunft geben, die Frau Dr. würde sich schon noch bei uns melden, ABER WANN?????

Und dann kam er endlich, der ersehnte Anruf. Es muss 14, 15 Uhr am Nachmittag gewesen sein. Mein Handy vibrierte, es war meine Gyn. Ich stand auf von meinem Platz und verließ den Raum.

Meine Atmung war schwer als ich “Hallo” hinein flüsterte. “Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger! Wie gesagt, man braucht nur 1 Ei um schwanger zu werden!” Innerlich wusste ich ja “das ich schwanger war” aber nun wurde es mir auch noch ganz offiziell bestätigt!

“Die Werte sind gut! Es freut mich so sehr! Diese Anrufe tätige ich besonders gern und das macht meinen Job am Ende des Tages auch so unglaublich schön” fügte sie noch hinzu.

Ich glaube ich habe nur “Echt? Und DANKE DANKE DANKE!” hineingerufen, mich verabschiedet und rief Georg an!

“Wir bekommen noch ein Baby!” Wir waren ausser uns! Voller Freude und Glück.

Nun hieß es wieder warten. Warten bis zur 6. Woche, bis zum ersten Ultraschall. Bis zur erste Untersuchung.

Termin ist Ende November. Und wir sind unendlich dankbar. Wissen unsere Situation sehr zu schätzen und sind unfassbar glücklich dieses Jahr noch ein Baby, noch ein Kind zu bekommen.

HAPPY THURSDAY MAMIs ❤

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